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Das Konzept der Sozialraumorientierung und die Praxis

Das Konzept der Sozialraumorientierung und die Praxis
Prof. Dr. phil. Monika Seifert, Berlin

Die Zielperspektiven der UN-Behindertenrechtskonvention, Inklusion und Partizipation, stellen tradierte Betreuungskonzepte und Versorgungsstrukturen der Behindertenhilfe in Frage. Nach wie vor dominieren stationäre Angebote, in denen einer selbst bestimmten Alltagsgestaltung enge Grenzen gesetzt sind. Das ambulant unterstützte Wohnen steckt vielerorts noch in den Anfängen – und schließt Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen und hohem Pflege- und Unterstützungsbedarf weitgehend aus. Auch die Gemeindeintegration, von der Behindertenhilfe seit Einführung des Normalisierungsprinzips auf die Fahne geschrieben, ist nur punktuell realisiert.

Die Inklusionsdebatte zwingt Träger der Behindertenhilfe dazu, sich mit sozialräumlichen Handlungsansätzen auseinanderzusetzen. Es sind Wohnkonzepte gefragt, die Inklusion als Kultur des Zusammenlebens im Stadtteil oder der Gemeinde begreifen und die professionelle Unterstützung entsprechend profilieren. Zugleich sind Warnungen vor einer Instrumentalisierung des Konzepts Sozialraumorientierung durch Politik und Verwaltung als Mittel zum Zweck der Kosteneinsparung ernst zu nehmen.
Der Vortrag geht der Frage nach, inwieweit sozialraumorientierte Ansätze im Bereich des Wohnens Impulse auf dem Weg zu einem inklusiven Gemeinwesen geben können.

Prof. Dr. Monika Seifert, Dipl.-Päd., M. A., arbeitet als freie Fachreferentin und Autorin in Berlin. Bis 2010 war sie in Forschung und Lehre als Gastprofessorin für Heilpädagogik an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin tätig. Sie ist Autorin der Berliner „Kundenstudie“ zur Weiterentwicklung des Wohnens von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, in der sozialräumliche Ansätze einen zentralen Stellenwert haben. Monika Seifert ist Vorsitzende der Deutschen Heilpädagogischen Gesellschaft e. V. (DHG).

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