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Freunde & Förderer

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Testimonial Berghöfer

Jochen Berghöfer
Jochen Berghöfer, Geschäftsführung Haus Mignon – Institut für Heilpädagogik, Pädagogik und Frühförderung, Hamburg
Die Vision, ein Institut zu gründen mit der Aufgabenstellung, "die Perspektive von Menschen mit Behinderung ... (mehr)

IMEW-Newsletter 1/2019 - Tagungsdokumentation der Kooperationsveranstaltung zwischen der Stiftung Lauenstein und dem IMEW am 3. und 4. Dezember 2018 in Berlin

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

 

gerne möchte ich Sie auf die vorhandene Dokumentation der Kooperationsveranstaltung der Stiftung Lauenstein und dem Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft zum wichtigen Thema „Herausforderndes Verhalten“, die vom 3. bis 4.12.2018 in Berlin stattfand, aufmerksam machen. Auf der Website des IMEW finden Sie unter www.imew.de einen ausführlichen Bericht zur spannenden Veranstaltung (als barrierefreie pdf-Datei zum Download) sowie die Präsentationen einzelner Vorträge.

 

Eine kurze Zusammenfassung der Tagung möchte ich Ihnen auch mit diesem Newsletter zukommen lassen:

 

 

Herausforderungen von herausforderndem Verhalten annehmen

 

Auf Einladung der Stiftung Lauenstein und des Instituts Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW) hin diskutierten Angehörige, Mitarbeitende von Einrichtungen und Wissenschaftler_innen die Frage: „Für wen ist herausforderndes Verhalten eine Herausforderung?“ Im Rahmen der Veranstaltung wurden positive Erfahrungen aus der Praxis dargestellt und Anforderungen aus ethischer sowie gesellschaftlicher Sicht formuliert. Ausgangspunkt der Veranstaltung sind negative Erfahrungen von Menschen, deren Verhalten von anderen als herausfordernd eingeschätzt wird. Nicht wenige erleben Zwang und müssen regelmäßig Einrichtungen verlassen.

 

Bisher ist es noch eine Ausnahme, wenn eine Einrichtung wie leben lernen in Berlin den Anspruch auf ein lebenslanges Wohnrecht nicht nur formuliert, sondern auch umsetzt. Dies ist nur wegen der Haltung der Mitarbeitenden möglich, so Dr. Benjamin Bell, Referent für Unternehmensentwicklung dieser Einrichtung. Sie seien auch bei herausforderndem Verhalten „sehr aushaltefähig, d.h. sie begegnen den Bewohnern und Beschäftigten - bei aller notwendigen Klarheit und Deutlichkeit im Konfliktfall - mit Gelassenheit, Geduld und Nachsicht.“ Die Einrichtung schafft dafür den entsprechenden Rahmen, denn dies sei für die Mitarbeitenden eine Herausforderung. Die Philosophin Prof. Dr. Christina Schües, Universität Lübeck, leitete auf Grundlage der Care Ethik die Forderung nach einem unterstützenden Fürsorge- und Entlastungssystem für Mitarbeitende ab. Eine Person, die andere unterstützt, benötigt selbst Unterstützung.

 

Es herrschte bei den Teilnehmenden Einigkeit, dass herausforderndes Verhalten keine feste Kategorie ist und auch nicht sein darf. Schließlich hängt es entscheidend von den äußeren Umständen ab, ob sich Menschen herausfordernd verhalten oder nicht. Christian Schmock, Geschäftsführer der Camphill Alt-Schönow gGmbH in Berlin, wies auf ein grundsätzliches Problem hin: die Wohngruppen sind in der Regel als „Zwangsgemeinschaften“ für viele Bewohner_innen eine Herausforderung. Eine Lösung könnten sehr unterschiedliche, auf die konkreten Bedürfnisse zugeschnittene Wohnformen sein. Ulrike Meier, Mutter von drei Söhnen mit Autismus, plädierte für eine verstärkte Anwendung der Unterstützten Kommunikation. Kommunikation sei ein grundlegendes Bedürfnis von Menschen. Wenn der Einsatz der Unterstützten Kommunikation Möglichkeiten verbessert, wirke dies positiv auf die Lebensqualität von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf.

 

Herausforderndes Verhalten ist keine feste Kategorie. Es sei dennoch möglich und wichtig, dieses Verhalten konkret zu beschreiben, so Dr. Lars Mohr vom Institut für Behinderung und Partizipation der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) in Zürich. Es handele sich um herausforderndes Verhalten, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: „Sie lösen Irritationen aus, sie geschehen nicht bloß versehentlich, sie widersprechen üblichen Erwartungen und sie verletzen oder gefährden die persönliche Integrität oder institutionelle Funktionen.“

 

Dr. Gerhard Meier, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Lauenstein, rief in seinen abschließenden Bemerkungen insbesondere Angehörige auf, sich zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. Gemeinsam mit Einrichtungen sei es wichtig, neue Wege zu gehen. Neue Wege, die sich am individuellen Bedarf der Menschen ausrichten und nicht an den Gegebenheiten einer Einrichtung. Regelungen des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) würden Möglichkeiten der Verbesserung bieten.

 

Wir freuen uns über Ihr Interesse an der Veranstaltung und deren Dokumentation.

 

Mit freundlichen Grüßen

i.V. für die Veranstaltenden

 

Katrin Grüber

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